“Als Dienstleistungsunternehmen ist die MBtech Group immer auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihr Leistungsportfolio greifbar darzustellen. Da die meisten unserer Kundenprojekte streng geheim sind, bleibt uns das ja gewöhnlich verwehrt”, erklärte Werner Kropsbauer, Sprecher der Geschäftsführung MBtech Group, zu Beginn der IAA Pressekonferenz. „Deshalb freut es uns ganz besonders, in Hannover ein spannendes Projekt erstmals offiziell vorstellen zu dürfen: den MBtech Reporter – unsere eigene Fahrzeug-Konzept-Studie, die ausführlich und anschaulich über die gebündelte MBtech Gesamtfahrzeugkompetenz aus den vier Segmenten vehicle engineering, powertrain solutions, electronics solutions und consulting berichtet.“ Kurz darauf enthüllte das Projektteam die futuristisch designte, hochvariable Pick-up-Studie – und damit ein innovatives, praxistaugliches Fahrzeugkonzept, das sowohl optisch als auch technologisch durchdacht ist.
Frische Ideen geformt
Erst vor sechs Monaten begann die Arbeit der MBtech Designer am Projekt “Reporter” – sprichwörtlich auf einem weißen Blatt Papier und mit der einzigen Vorgabe, einen viersitzigen Pick-up zu kreieren, dessen Formensprache die Leistungen sowie die MBtech Grundwerte Leidenschaft, Innovation, Disziplin und Vertrauen symbolisiert. “Wir wollen den Betrachter inspirieren, neugierig machen und ihn einladen, sich näher mit der Konzeptstudie zu beschäftigen. Und wir wollen Selbstbewusstsein demonstrieren. Deshalb haben wir uns für das mutige und unverwechselbare Design entschieden, das den Reporter auf der IAA Nutzfahrzeuge zum absoluten Blickfang macht”, erläuterte Kropsbauer. Allerdings ist Design nicht nur “Geschmackssache”, es lässt sich auch nach objektiven Qualitätskriterien bewerten – dazu zählen beispielsweise Oberflächengestaltung, Funktionalität und Umsetzbarkeit. In diesen Punkten erfüllt der “Reporter” höchste Ansprüche. “Außerdem haben wir großen Wert auf Flexibilität gelegt: Die Studie ist also ausbaufähig und in den verschiedensten Varianten denkbar”, so Kropsbauer. Der Auftrag an die Abteilung Gesamtfahrzeugkonstruktion und Berechnung (Digitaler Prototyp) lautete, das ideale Packaging zu finden – das heißt, die verschiedenen Bauteile und Komponenten des “Reporters” digital zu einem kompletten, funktionstüchtigen Fahrzeug zusammenzufügen.
Anschließend galt es, dieses virtuell zu prüfen – beispielsweise mithilfe von Strömungs-, Mehrkörper- und Steifigkeitssimulationen. “Ein digitaler Prototyp und CAD sind aus unserer Arbeit nicht mehr wegzudenken – sie helfen unseren Kunden, Zeit und Geld zu sparen”, erklärte Kropsbauer.
Für die Mannschaft der MBtech Abteilung Rohbau bestand die größte Herausforderung darin, den richtigen Technologie- und Material-Mix festzulegen. “Im Reporter zeigen wir, dass wir für alle wichtigen Technologien umfassende Entwicklungskompetenzen besitzen”, betonte Kropsbauer. Das Ergebnis ist der Entwurf eines modularen Gerüsts, das vielfältige Fertigungsverfahren zeigt – von Alu-Guss, das bei der Längsträgereinheit des “Reporters” rund 37 Einzelteile ersetzt, über Alu- Schalenbau und -Strangpressprofile bis hin zu kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) für die B-Säule. Sie alle stehen für konsequenten Leichtbau und tragen damit zur CO2-Reduktion bei.
Aktueller Antrieb mit Zukunft
Auch wenn auf der IAA das Design des “Reporters” im Vordergrund steht, hat MBtech zudem bereits ein maßgeschneidertes Antriebskonzept entwickelt: Es trägt den Namen “DualX E-Drive” und setzt als Plug-in-Vollhybrid-Lösung auf die Verbindung eines 70 Kilowatt starken Elektromotors mit einem erdgasbetriebenen 1,2-Liter-Ottomotor, der 75 Kilowatt leistet, und als Range- sowie Performance-Extender dient. Diese Kombination ermöglicht eine errechnete Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und eine Gesamtreichweite von mehr als 300 Kilometern – rein elektrisch lassen sich nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) 55 Kilometer zurücklegen. “Da es sich beim Reporter um eine Studie handelt, hätten wir es uns auch einfach machen können; und zwar indem wir einen E-Antrieb mit einer mittleren Reichweite von 150 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 110 km/h konzipieren. Doch das war nicht unser Ziel: Wir wollten einen emissionsarmen Fahrzeugantrieb für den urbanen und regionalen Verkehr schaffen, der bereits heute und nicht erst 2025 realistisch umsetzbar ist – bei einem optimalen Verhältnis von Kosten und Nutzen”, so Kropsbauer. “Im Bereich der Antriebstechnik innovativ zu sein, bedeutet schließlich nicht nur, neue Technologien und Komponenten zu verwenden. Entscheidend sind auch die optimale Kombination und Integration der Komponenten sowie ein intelligentes Energiemanagement.” Vor allem hier wird der Fortschritt des “Reporter”- Konzepts gegenüber bisherigen Ansätzen deutlich: Die E-Antriebs-Einheit ist im Verhältnis zum Verbrennungsaggregat zumindest gleichwertig – beide dienen tatsächlich dem Antrieb. Völlig neu daran ist, dass die zwei Motoren autark agieren: Der E-Motor treibt die Hinterachse an, der Vierzylinder die Vorderräder – und das entweder im Wechsel oder zeitgleich. Bei Bedarf steht also auch ein intelligenter Allradantrieb zur Verfügung. Die Fahrer können – je nach dem individuellen Fahrverhalten und der gewünschten Betriebsstrategie – vom Cockpit aus zwischen drei Modi wählen: “eco” für emissionsfreies, elektrisches Fahren in der Stadt, “4range” für geringen Verbrauch und hohe Reichweite sowie “4dynamic”, um die Kraft beider Aggregate für maximale Beschleunigung und Fahrspaß zu nutzen. Dass der als Range- und Performance-Extender eingesetzte 1,2-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit Abgasturbolader sowohl für den Betrieb mit Erdgas (Compressed Natural Gas – CNG) als auch mit Benzin ausgelegt ist, hat gute Gründe: “Im Vergleich mit Benzin ist CNG günstiger, die Abgasnachbehandlung ist einfacher, der Motor läuft leiser und vor allem verbrennt es sauberer. Gerade im Nutzfahrzeug-Bereich hat Erdgas daher ein Potenzial, das bislang nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft ist”, erläuterte Kropsbauer.
Sonnenkraft als i-Tüpfelchen
Das einzigartige “Solar-Top” des Reporters dient als weiterer Beleg für den Willen aller Projektbeteiligten, einen Schritt weiterzudenken – und dem Anspruch höchstmöglicher Flexibilität bis ins kleinste Detail gerecht zu werden. Denn die Zellen befinden sich nicht etwa auf dem Festdach der Pick-up-Studie, sondern sind auf dem Verdeck der Ladefläche angebracht. “Dafür konnten wir natürlich nicht auf konventionelle Solaranlagen zurückgreifen – diese sind groß, zu schwer, nicht biegsam und – aufgrund ihres Glasanteils – zu unsicher für Fahrzeuganwendungen”, erklärte Kropsbauer. Im Spezialisten CSP fand MBtech schließlich den idealen Partner, um seine Vorstellung einer mobilen Anlage zu realisieren. Beim Solar-Top kommen daher innovative Panels namens CSP-Flex3 zum Einsatz: Sie basieren auf einer Vielzahl winzig kleiner, kugelförmiger Solarzellen, die zwischen zwei Kunststoffschichten gepresst sind. Das Resultat ist eine flexible, unzerbrechliche Solaranlage, die bis zu 266 Watt leistet – genügend Energie, um problemlos die Klimaanlage, Innenraumbeleuchtung oder das Soundsystem zu betreiben. So entlastet sie das Bordnetz erheblich und speist zusätzliche Sonnenenergie in die Niedervolt-12V-Batterie ein. “Damit sinken der Energie- und folglich auch der Kraftstoffverbrauch, was wiederum die Fahrzeugreichweite erhöht”, erklärte Kropsbauer. Weiterer Vorteil: Mit einem Reißverschluss kann das Innere des Solar-Tops einfach abgenommen, kompakt in einer Tasche verstaut und an beliebiger Stelle wieder mobil eingesetzt werden – etwa beim Camping zum Laden von Batterien beziehungsweise als Stromquelle für Beleuchtung, Kühlboxen oder Laptops. Die mobile Einheit des Solar-Tops eignet sich somit für Einsätze im Van- und Camper-Bereich perfekt.
“Wir haben mit unserem Konzeptfahrzeug noch sehr viel vor – die Premiere auf der IAA bedeutet nämlich nur den Abschluss der ersten Projektphase, zwei weitere werden schon bald folgen”, betonte Kropsbauer. Wer MBtech kennt, darf also weiterhin auf zahlreiche innovative Ansätze gespannt sein.
Quelle: www.mbtech-group.com